"Stacked Rotation"

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Kohl
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"Stacked Rotation"

Beitrag von Kohl » Donnerstag 27. Januar 2011, 20:24

Gibt es bei uns Erfahrungen mit "Stacked Rotation"? (jeweils zweimaliger Anbau der gleichen Frucht in Folge)
In nordamerikanischen Internetpublikationen liest man immer wieder davon. Vorteil soll auch bei nur drei Früchten die längere Anbaupause sein.
Theoretischer Ansatz oder kann was dran sein?
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Tyrolens
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Re: "Stacked Rotation"

Beitrag von Tyrolens » Donnerstag 27. Januar 2011, 23:35

Hallo,


damit hat man doch auch schon in Mitteleuropa Erfahrungen sammeln können. Ich habe jetzt keine Quelle parat, aber wenn ich es recht im Kopf habe, konnte man auch einer Fruchtfolge mit zwei mal Winterweizen hintereinander Positives abgewinnen, wenn danach und davor zum Beispiel Blattfrüchte angebaut wurden. Es sei wohl so, dass der mehrjährige Anbau der gleichen Frucht auch Fruchtfolgeerkrankungen besser zurückdrängen kann. Natürlich jene, für die die angebaute Frucht nicht empfänglich ist.
Die Frage ist nun, ob zum Beispiel Winterweizen/Winterweizen/Körnermais/Körnermais besser ist als Winterweizen/Körnermais/Winterweizen/Körnermais.


Gruß,

Thomas

Kohl
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Re: "Stacked Rotation"

Beitrag von Kohl » Freitag 28. Januar 2011, 15:46

Hallo,
ich denke zwei Früchte ist zu wenig für ein funktionierendes System. Vor allem hast Du eine massive Fusariumproblematik und wenig Raum für Zwischenfrüchte.
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Konrad Steinert
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Re: "Stacked Rotation"

Beitrag von Konrad Steinert » Freitag 28. Januar 2011, 20:45

Ich denke auch, das dieses System für unsere Verhältnisse keine Vorteile bringt. Vielleicht sieht das in den USA anders aus, die ja oft ganz andere Fruchtfolgen mit Soja und Mais haben.
Manchmal kann es aber durchaus sinnvoll sein, zwei Kulturen hintereinander anzubauen, also Weizen-Stoppelweizen, um vor allem den Durchwuchs zu vermeiden wie bei Winterweizen-Wintergerste, also etwa Raps-Weizen-Weizen-Raps-Wintergerste-Wintergerste. Aber der Druck an Krankheiten dürfte dadurch sicherlich nicht verringert werden.
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ulikum
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Re: "Stacked Rotation"

Beitrag von ulikum » Montag 31. Januar 2011, 22:50

Wenn ich mir überlege das sich einige Gedanken machen zwei Ernten im Jahr einzufahren!
Frage ich mich schon ob dieses Verfahren überhaupt Sinn macht.
Die einfachste Kombination wäre Raps, Weizen, Weizen Raps, usw, sinnvoll ist das auf Dauer sicher nicht.
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und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch nur jeder einen.
Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben
und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken
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Re: "Stacked Rotation"

Beitrag von York-Th. Bayer » Dienstag 1. Februar 2011, 09:42

es wurde ja explizit auf nordamerikanische Internetpublikationen Bezug genommen. Und soweit ich diese überblicke spricht dort keiner von nur 2 Kulturen. Der Hintergedanke ist doch das man durch die doppelte Folge einer Kultur innerhalb der Fruchtfolge man eine deutliche Ausweitung der Anbaupausen bekommt.
Mal als Beispiel:
Raps - Weizen - Gerste
würde dann: Raps - Raps - Weizen - Weizen - Gerste - Gerste
mit dem Resultat das ich statt einer 2 Jährigen Pause eine 4 jährige Pause hätte.
Die 2te Annahme ist doch das man sagt im 1ten Jahr der Selbstfolge einer Kultur kommt es nicht zu der Steigerung des Krankheits- & Ungeziefer Druckes.

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Re: "Stacked Rotation"

Beitrag von Kohl » Dienstag 1. Februar 2011, 17:15

Ich sehe das genau wie York es beschreibt. Allerdings hab ich ein ungutes Gefühl bei der Selbstfolge von Raps.
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