Münchberg - 28.01.2011


"Wir brauchen Wellness für die Pflanzen" - Der GKB-Arbeitskreis Bayern informierte am 28.01.2011 über die "Cultan-Düngung"

Das landwirtschaftliche Dienstleistungsunternehmen Bernd Dietel aus dem fränkischen Münchberg lud gemeinsam mit dem GKB-Arbeitskreis Bayern am 28.01.2011 zu einer Informationsveranstaltung rund um das Thema "Cultan-Düngung" ein. Wie Bernd Dietel erfreut feststellte, waren seiner Einladung weit über 80 Gäste gefolgt. "Die Resonanz ist erstaunlich, aber wir haben auch die wahrscheinlich besten Referenten zum dem Thema in einer Veranstaltung vereint.", freute sich der Dienstleister, der seit letztem Jahr auch mit extra hierfür angeschaffter Technik die Cultan-Düngung in sein Leistungsangebot mit aufgenommen hat.

Der Arbeitskreisleiter, Professor Dr. Göbel von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, eröffnete die Veranstaltung und stellte angesichts des zahlreich erschienenen Publikums fest, dass sich das Thema Cultan-Düngung wachsendem Interesse erfreut. So würde sich auch an der Hochschule in Weihenstephan mittlerweile mit dem Thema beschäftigt.

Andreas Böbe von der DOMO Caproleuna GmbH informierte die Gäste im ersten Vortrag über grundlegende Zusammenhänge der Pflanzenernährung. Er zeigte vor allem die Bedeutung der Wurzel für die Pflanzen auf und verdeutlichte, dass die Wurzel über Assimilatausscheidung Nährstoffe aus dem Boden erschließt, und diese dann dem Spross zur Verfügung stellt. Der Spross wiederum stellt der Wurzel über Photosynthese Kohlenhydrate zur Verfügung, die als Assimilate ausgeschieden werden. So entsteht ein Kreislauf, der sich am Bedarf der Pflanze orientiert. Optisch sichtbar sei dies für den Landwirt in einem wesentlich stabileren Wuchstyp. Wichtig sei vor allem die reine Ammoniumernährung, da Ammonium keiner Umwandlung für die Pflanzen bedarf. Dies könne der Pflanze bis zu 20 % Energie einsparen, was wiederum dazu führe, dass Trockenperioden besser überstanden werden können.

Durch die Cultan-Düngung, wie sie Bernd Dietel anbietet, würde ein Ammoniumdepot im Boden angelegt, welches nur 5 % des Bodens "kontaminiert". Die restlichen 95 % bleiben intakt, in diesen könne sich das Bodenleben ungestört entwickeln. Durch die Applikation des Depots in den Boden würde im obersten Bodenhorizont eine Stickstoffmangel entstehen. Dieser sei jedoch positiv, da sich die Unkräuter dadurch schlechter entwickeln können.

Das angelegte Depot wird durch die Kulturpflanze schneller "erwachsen", da die Applikation in den Winterungen im Frühjahr stattfindet. Die Pflanzen bzw. Wurzeln sind bereits ausgebildet und würden das Depot früher erreichen, als jedes Unkraut.

Den zweiten Teil der Vortragsveranstaltung übernahm Christoph Felgentreu, der die provokante Frage stellte, ob Humusaufbau nur über Cultan in Verbindung mit Direktsaat zu realisieren sei.

Gleich zu Beginn stellte er heraus, dass die heutige Form der Bodenbearbeitung sowie die Stickstoffapplikation die beiden wichtigsten Faktoren seien, weshalb der Humusgehalt in unseren Ackerböden nicht steigt. Dabei unterstrich er, dass auch die Grubberanwendung im Vergleich zum Pflug keine wesentliche verbessernde Wirkung auf den Humusgehalt hätte.

Wichtig bei der Cultan-Düngung sei das C:N-Verhältnis im Boden. In unseren heutigen Böden sei dieses sehr eng, was durch die Strohausgleichsdüngung bewusst unterstützt würde. Damit steige jedoch die Mineralisierungsrate. Dies sei in der Direktsaat jedoch nicht gewollt, man brauche die ganzjährige Bodenbedeckung, die Unkräuter unterdrückt und als stetige Nährstoffquelle für das Bodenleben diene. Ein besonderes Augenmerk müsse auf den ph-Wert gelegt werden. Seiner Meinung nach müsste die Kalkdüngung alle 3 Jahre überdacht werden. Besser sei, jedes Jahr 500 kg zu streuen, als alle 3 Jahre 1,5 t.

Zum Abschluss der Vortrags-Veranstaltung informierte Bernd Dietel über seine Erfahrungen zur Cultan-Düngung. Seit März 2010 läuft im Unternehmen ein 330 PS starker Claas Xerion mit SGT-Düngebehälter und 12 m Duport-Sternradbalken. Bernd Dietel düngte im letzten Jahr zu Beginn vor allem Winterraps und Grünland ab. Später kamen zahlreiche Wintergetreideflächen hinzu. Sein Einsatzgebiet reichte von Bayern über Sachsen, Sachsen-Anhalt bis nach Brandenburg hinauf. Erstaunt war er über das riesige Interesse. Für ihn machte sich die Investition in die Technik bereits im Winterraps bezahlt: "Die Hundegangfahrt hinterließ in den Beständen nahezu keine Schäden an den Pflanzen und Fahrspuren waren ebenso nicht zu erkennen." Schwierig war seiner Meinung nach die Düngerlogistik. Hier müsse in Zukunft noch nachgebessert werden.

Im Anschluss an die Vorträge wurde beim gemeinsamen Mittagessen noch bis weit in den Nachmittag hinein über Direktsaat, Cultan-Düngung und Technik diskutiert. Wer Informationen zur Düngung, zu den Erfahrungen 2010 oder Interesse an der Cultan-Düngung in diesem Jahr hat, erreicht Bernd Dietel unter der Rufnummer 09251 / 5733.