Abgeschickt von Konrad Steinert am 07 September, 2006 um 17:50:13
Antwort auf: Schneckenplage von Werner Hoffmann am 07 September, 2006 um 13:31:01:
Es muss unmittelbar nach der Getreideernte eine intensive Überwachung der Befallssituation erfolgen, z.B. durch Schalen, Bretter oder Folien, unter die man Schneckenkorn streut. Oft ist dann schon eine Rand- oder Teilflächenbehandlung ausreichend.
Bitte folgendes beachten:
1. intensive Rückverfestigung, also nach dem Grubber und/oder nach der Saat nochmals anwalzen. Hohlräume dienen den Ackerschnecken als Rückzugsmöglichkeit!
2. Grüne Brücken konsequent bekämpfen, Ausfall-Getreide nicht größer als 3-Blattstadium werden lassen und dann mit Glyphosat oder durch Stoppelbearbeitung bekämpfen.
3. Ggf. Einsatz von Kalkstickstoff als Ergänzung zum Schneckenkorn; der ist jedoch relativ teuer. Bitte nicht nur den Düngewert N, sondern auch Kalk berücksichtigen. Außerdem besteht eine fungizide und herbizide Nebenwirkung, wichtig gerade beim Raps.
Besonders Jungschnecken und Eigelege werden durch Kalkstickstoff erfasst.
4. Schneckenkorn bei Vorhandensein von Schnecken unmittelbar nach der Saat ausbringen. Sind bereits Schäden zu sehen, ist es schon zu spät. Nassgepresstes Schneckenkorn wie Metarex oder Delicia Schneckenlinsen bevorzugen, da sie gegenüber trockengepressten Billig-Schneckenkorn über längere Zeit ihre Wirkung behalten. Keine Minderdosierung, die Köderdichte muss ausreichend hoch sein!